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January 21, 2006
latimes.com : World News Print
Ê E-mail story Ê Most e-mailed Ê
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THE WORLD
Threat Spurs Removal of Paintings
* Austrian is held after an e-mail describing intent
to destroy Klimt
works owed to an L.A. woman.
By Diane Haithman, Times Staff Writer
Five multimillion-dollar paintings by Gustav Klimt have been removed
from
the Austrian National Gallery in Vienna following a threat to destroy
them.
The five paintings include "Portrait of Adele Bloch-Bauer I," one of
the
artist's celebrated "gold" paintings and estimated to be worth as much
as
$120 million.
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The five paintings made headlines this week when it was announced
that an
Austrian arbitration panel had ordered the Austrian government to return
the
works to Los Angeles resident Maria Altmann, 89, niece and heir of
the
original Jewish owner who was driven from Vienna and stripped of his
property by the Nazis in 1938. The paintings had been held by the Austrian
museum for more than 50 years.
Altmann's attorney, E. Randol Schoenberg, told the Los Angeles Times
on
Friday that he had received an e-mail Wednesday from someone who said
he
planned to destroy the paintings in order for "hungry people to get
bread" Ñ
apparently objecting to the idea that the Austrian government might
use
public funds to buy the paintings back from Altmann.
Schoenberg forwarded the e-mail to the country's Interior Ministry
and
museum officials.
Later Friday, police said they had arrested a 50-year-old man from
Lower
Austria province who was tracked down through his Internet provider.
Interior Ministry spokesman Rudolf Gollia said the man, who was not
identified, had confessed to e-mailing the threats.
"Now that the immediate threat for the paintings has been eliminated,
it is
up to the museum to decide whether the paintings will be exhibited
again,"
Gollia said.
Schoenberg said that Austrian officials informed him Friday that the
man had
been apprehended. "The other reports from Austria say that the guy
claims he
was drunk when he wrote it," the attorney added.
Schoenberg also said that museum officials had indicated to him that
the
paintings may be rehung Monday while the museum was closed and back
on
public view Tuesday.
Since the decision to return the artworks to Altmann was announced,
Schoenberg said, "there have apparently been throngs of people going
to
visit the paintings. Maybe they are not used to that. They'll be rethinking
their security before putting it back up, I hope."
Culture Minister Elisabeth Gehrer said Austria was exploring ways to
keep at
least the two best-known pictures, "Portrait of Adele Bloch-Bauer I"
and
"Portrait of Adele Bloch-Bauer II," in the country. But she has also
said
the government cannot afford to buy back the paintings.
*
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Associated Press was used in compiling this report.
"Treffen mit mir bestritten"
Harte Worte der Bloch-Bauer-Erbin in Schweizer "Weltwoche".
Ê Als "charmant, aber niedertrŠchtig"
hat die Bloch-Bauer-Erbin Maria
Altmann die …sterreicher in einem Interview mit der Schweizer "Weltwoche"
bezeichnet.
"Es ist ein verlogenes Pack, leider", so ihr weiteres Urteil. Sowohl
der
Direktor der …sterreichischen Galerie Belvedere, Gerbert Frodl, als
auch
Bildungsministerin Elisabeth Gehrer (…VP) hŠtten Treffen mit Altmann,
die
stattgefunden hŠtten, spŠter abgestritten.
Ministerium: Freundliche AtmosphŠre
Treffen, die von beiden Seiten bestŠtigt werden, fanden laut
Gehrer-Pressesprecher in einer "freundlichen AtmosphŠre" statt. Von
Altmann
gab es dazu in den letzten Tagen keinen direkten Kommentar.
"Wien-Liebe wurde mir genommen"
"Ich habe Wien Ÿber alles geliebt. Diese Liebe wurde mir genommen",
so
Altmann in der "Weltwoche". Obwohl sie nach dem Krieg šfters nach Wien
fuhr,
hatte sie "nie wieder das GefŸhl, das war meine Heimatstadt".
Dieses GefŸhl sei kaputtgemacht worden "im MŠrz '38, wie die mit
Gewehrkolben unser neues Auto, einen kleinen Steyr, aus der Garage
gesto§en
hatten, wie sie den Schmuck genommen hatten, wie sie alte Menschen
erniedrigt hatten, nur weil sie Juden waren".
"Es wird mir ganz Ÿbel"
"Wissen Sie, die …sterreicher sind immer so freundlich, es wird mir
ganz
Ÿbel, wenn ich daran denke, wie freundlich die sind", so Altmann.
Dieses Urteil illustrierte sie in dem Interview mit einer Schilderung
ihres
1938 zeitweise in Dachau inhaftierten Mannes: "Fritz war immer froh,
wenn im
Konzentrationslager ein Deutscher und nicht ein …sterreicher der Aufseher
war."
Sie selbst sehe sich nicht als "Holocaust-Opfer". "Ich habe ja nichts
Schlimmes erlebt", so Altmann. "Die Flucht war sicher aufregend, unsere
Enteignung auch, doch das ist Ÿberhaupt nicht zu vergleichen mit dem
enormen
Leid, das nachher anderen widerfuhr."
"Ging mir nie ums Geld"
Dass die fŸnf Klimt-Bilder nach dem Schiedsspruch nun an sie restituiert
werden, finde sie "aus finanzieller Sicht" sehr schšn.
"Aber, das kšnnen Sie mir glauben, auch wenn viele …sterreicher mich
als
geldgierige JŸdin sehen - es ging mir nie ums Geld, es ging mir einzig
darum
aufzuzeigen, dass Gerechtigkeit ausgeŸbt werden kann."
"Werde es nicht fŸr mich ausgeben"
Was sie mit dem Geld nach einem eventuellen Verkauf der Bilder machen
wird?
"DarŸber habe ich mir noch keine Gedanken gemacht."
Sie wolle "viel Gutes" tun und die jŸdische Gemeinde in Wien und
Kunstschaffende bedenken. "Sicher ist nur eines: Ich werde es nicht
fŸr mich
ausgeben, weil ich nicht wŸsste, wofŸr."
Auch an den USA Ÿbte Altmann Kritik: "Seit Bush, diesem Kerl, kann ich
nicht
mehr wirklich stolz sein", sagte sie. "Stundenlang kšnnte ich ihn
abwatschen, wenn ich dieses Gesicht sehe."
RŸckkauf via Bankenkonsortium?
Unterdessen berichtet das Nachrichtenmagazin "profil" in seiner jŸngsten
Ausgabe, dass die Finanzierung des RŸckkaufs der fŸnf betroffenen
Klimt-Bilder in greifbare NŠhe gerŸckt sei.
Nach "profil" vorliegenden Informationen wurde bereits Ende vergangener
Woche seitens des Bildungsministeriums Ÿber die Einrichtung eines
Bankenkonsortiums verhandelt, das der Republik einen Kredit mit zwanzig
Jahren Laufzeit gewŠhren soll. Laut einem Insider seien "alle Banken
eingeladen".
Der Staat soll den Zinsendienst leisten, die RŸckzahlung der offenen
Summe
kšnnte nach hinten verschoben werden. Der Lšsungsvorschlag war von
Raiffeisen-Generalanwalt Christian Konrad und Walther Rothensteiner,
dem
Chef der Raiffeisen Zentralbank, der auch im Verband der Freunde der
…sterreichischen Galerie Belvedere vertreten ist, angeregt worden.
Links:
* Causa Bloch-Bauer (Website der KlŠger)
* Weltwoche
* Bildungsministerium
* Belvedere
* Profil
Ê
Ê
Klimt-Bilder:
"Derzeit kein Kaufangebot"
(diepresse.com) 21.01.2006
Die Republik hŠlt sich bedeckt, ob man Ÿber eine Kreditaufnahme die
zu
restituierenden Bilder zu halten versucht.
Betreffend †berlegungen, dass ein šsterreichisches Bankenkonsortium
der
Republik …sterreich Kredit fŸr den RŸckkauf der fŸnf Klimt-Bilder aus
der
…sterreichischen Galerie gewŠhrt, sei man derzeit erst in einer
"Sondierungsphase", sagte ein Bankensprecher gegenŸber dem ORF Radio.
Das
nštige Geld bereit zu stellen wŠre sicher kein Problem, entscheidend
sei, ob
die Republik dies wolle. Die Banken hŠtten jedenfalls nicht von sich
aus
AnkaufsŸberlegungen. Seitens der Republik gab es keine Stellungnahme,
ob man
Ÿber eine Kreditaufnahme die zu restituierenden Bilder zu halten versucht.
Thomas Schmid, Pressesprecher von Bundesministerin Elisabeth Gehrer,
stellte
jedenfalls in einer Aussendung klar: "Derzeit gibt es kein Kaufangebot
fŸr
die Klimt-Bilder und von Bundesministerin Elisabeth Gehrer wurden daher
dafŸr auch keine, wie auch immer kolportierten, Summen genannt." Derzeit
laufen GesprŠche, zwischen den Rechtsvertretern beider Seiten sei
diesbezŸglich Vertraulichkeit vereinbart worden.
Wie das Nachrichtenmagazin "profil" in seiner am Montag erscheinenden
Ausgabe berichtet, wurde bereits Ende vergangener Woche seitens des
Bildungsministeriums Ÿber die Einrichtung eines Bankenkonsortiums
verhandelt, das der Republik einen Kredit mit zwanzig Jahren Laufzeit
gewŠhren soll. Dazu, so ein Insider gegenŸber "profil", seien "alle
Banken
eingeladen". Der Staat soll demnach den Zinsendienst leisten, die
RŸckzahlung der offenen Summe kšnnte nach hinten verschoben werden.
(Ag.)
21. JŠnner 2006
15:31 Ê Finanzierung des RŸckkaufs scheint
mšglich
Verhandlungen Ÿber Einrichtung eines Banken¡©konsortiums fŸr Kredit
- Gehrer
dementiert 40-Millionen-Angebot fŸr "Adele"
Ê Wien - Die Finanzierung des RŸckkaufs der fŸnf zu restituierenden
Klimt-Bilder aus der …sterreichischen Galerie Belvedere scheint in
greifbare
NŠhe zu rŸcken. Wie das Nachrichtenmagazin "profil" in seiner am Montag
erscheinenden Ausgabe berichtet, wurde bereits Ende vergangener Woche
seitens des Bildungsministeriums Ÿber die Einrichtung eines
Bankenkonsortiums verhandelt, das der Republik einen Kredit mit zwanzig
Jahren Laufzeit gewŠhren soll.
Dazu, so ein Insider gegenŸber "profil", seien "alle Banken eingeladen".
Der
Staat soll demnach den Zinsendienst leisten, die RŸckzahlung der offenen
Summe kšnnte nach hinten verschoben werden. Der Lšsungsvorschlag sei
von
Raiffeisen-Generalanwalt Christian Konrad und Walther Rothensteiner,
dem
Chef der Raiffeisen Zentralbank, der auch im Verband der Freunde der
…sterreichischen Galerie Belvedere vertreten ist, angeregt worden.
"Sondierungsphase" bei Bankenkonsortium
Ein Bankensprecher sagte gegenŸber dem ORF Radio, man sei erst in einer
"Sondierungsphase". Das nštige Geld bereit zu stellen wŠre sicher kein
Problem, entscheidend sei, ob die Republik dies wolle. Die Banken hŠtten
jedenfalls nicht von sich aus AnkaufsŸberlegungen. Seitens der Republik
gab
es keine Stellungnahme, ob man Ÿber eine Kreditaufnahme die zu
restituierenden Bilder zu halten versucht.
Zuversicht
Auch Gerbert Frodl, der Direktor der …sterreichischen Galerie, hat sich
laut
"Presse" zuversichtlich gezeigt, dass zumindest die goldene "Adele
Bloch-Bauer I" in …sterreich bleibe. "Ich rechne mit einer Entscheidung
in
den nŠchsten zwei bis drei Tagen", habe Frodl bereits Donnerstagabend
gemeint. Bildungsministerin Elisabeth Gehrer (V) habe gegenŸber der
"Presse"
ein Kaufangebot an die Erben von rund 40 Mio. Euro angedeutet. Experten
hŠtten laut Gehrer den "Museumswert" der "goldenen Adele" auf 30 bis
40 Mio.
Euro geschŠtzt.
Gehrer: Derzeit kein Kaufangebot
Gehrer dementierte dies umgehend: Es gebe derzeit kein Kaufangebot fŸr
die
Klimt- Bilder, und es seien daher dafŸr auch keine, wie auch immer
kolportierten, Summen genannt worden, stellte Gehrers Pressesprecher
Thomas
Schmid in einer Aussendung klar. Derzeit wŸrden GesprŠche laufen. Zwischen
den Rechtsvertretern beider Seiten sei diesbezŸglich Vertraulichkeit
vereinbart worden.
"Museumswert"
"Museumswert" sei eine neue Wortschšpfung, das habe er noch nie gehšrt,
sagt
dazu laut "Presse" der Direktor der Kunstauktionen "Im Kinsky", Otto
Hans
Ressler. Auch Karl SchŸtz, Direktor der GemŠldegalerie des Kunsthistorischen
Museums, kšnne sich darunter nichts vorstellen. "Man braucht wohl eine
BegrŸndung, um einen geringeren Wert anzugeben, da nennt man es halt
Museumswert", spekuliert Karl Schšn, Kuratoriumsmitglied der
…sterreichischen Galerie. Randol E. Schoenberg hatte den Wert der "Dame
in
Gold" am freien Markt zuletzt auf fast das Dreifache, nŠmlich rund
105
Millionen Euro veranschlagt.
Schoenberg, der am Umsatz beteiligt ist, plŠdiere klarerweise fŸr eine
mšglichst hohe Summe, zitiert der heutige "Standard" Heidi GlŸck, die
Pressesprecherin von Bundeskanzler Wolfgang SchŸssel (V), aber aus
ihrer
Sicht gebe es obere Limits: "Sie liegen weit unter den kolportierten
100
Millionen Euro fŸr das PortrŠt Adele Bloch-Bauer I."
Kolportierter Wert basiert auf Versicherungsvertrag
Laut …sterreichischer Galerie basiert der kolportierte Wert von 140
Mio.
Euro fŸr alle sechs Bilder (sechs deshalb, weil auch das Eigentum am
Bildnis
"Amalie Zuckerkandl" strittig ist) auf den Zahlen eines
Versicherungsvertrages, schreibt der "Kurier" in seiner Samstagsausgabe.
Der
Versicherungswert der fŸnf Bilder betrage etwa 120 Mio. Euro. In der
šffentlichen Diskussion werde zur Zeit Versicherungswert mit Marktwert
gleich gesetzt, was unzulŠssig sei, weil Auktionsergebnisse nicht
vorhersehbar seien. (APA)
19. JŠnner 2006
12:19 Ê Vergleichsangebot schien Republik
offenbar nicht attraktiv
Auf Mšglichkeit, PortrŠts zu kaufen und Landschaften zurŸck zu geben,
einzugehen, wurde als "Submission" verstanden
Ê Wien - WŠhrend des Verfahrens um die fŸnf Klimt-Bilder
"Adele
Bloch-Bauer I", "Adele Bloch-Bauer II", "Apfelbaum", "Buchenwald/Birkenwald"
und "HŠuser in Unterach am Attersee" hat es offenbar kein fŸr die Republik
…sterreich attraktives Vergleichsangebot Maria Altmanns gegeben. Das
zeigt
das Protokoll einer Schiedsverhandlung vom September 2005. Darin bot
Altmann-Anwalt Randol Schoenberg an, dass die Republik die Landschaften
zurŸckgeben und die beiden Adele-PortrŠts kaufen solle.
Antwort des Vertreters der Finanzprokuratur, Gottfried Toman, laut
Protokoll: "...ich gehe davon aus, dass die ErklŠrung, die Landschaften
gehen zurŸck, und die PortrŠts kšnnen wir kaufen, keine taugliche Grundlage
ist, um in ein ernsthaftes GesprŠch einzutreten, weil pardon, das kommt
auf
eine Submission (Anm.: Unterwerfung) hinaus." Auch die offiziellen
Stellen
dŸrften nicht gerade begeistert gewesen sein, da Toman wenig spŠter
anmerkt,
das Angebot auch schon weitergeleitet zu haben: "Die Reaktion darauf
mšchte
ich Ihnen vorenthalten." FŸr ein Angebot oder eine "†berlegung, bei
der man
sich nŠhern kann", sei seine TŸre aber offen.
Schiedsgericht deutete Alles-oder-Nichts-Lšsung an
Gleichzeitig geht aus dem Protokoll hervor, dass die Schiedsrichter
selbst
bereits sehr frŸh angedeutet haben, dass es bei einem Schiedsspruch
vermutlich zu einer Alles-oder-Nichts-Entscheidung kommen wird. So
hŠlt der
Vorsitzende Peter Rummel fest: "Ich wŸrde noch einmal gerne festhalten,
dass
wir im Augenblick von der Rechtslage her eine Alles-oder-Nichts-Lšsung
in
die eine oder andere Seite fŸr das wahrscheinlichere halten, als dass
das
Gericht von sich aus zu einer Mittellšsung kommt."
Im aktuellen PROFILprofil 04/06
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Restitution: Klimt-ZŸge - Der Kampf um die fŸnf geraubten Klimt-GemŠlde
geht
weiter
* Wie …sterreich falsch spielte und doch alles verlor.
* Ein Bankenkonsortium als Retter der Bilder?
Von den Nazis gestohlen, von der Republik …sterreich unrechtmЧig
einbehalten. Nach langem Rechtsstreit sind fŸnf Klimt-GemŠlde vergangene
Woche ihren legitimen Besitzern zugesprochen worden. Trotzdem wird
heftig
weiter um sie gekŠmpft. Aber wer kann sich die Bilder leisten?
Wenn Maria Altmann wollte, dann kšnnte sie jetzt Folgendes tun: sich
im
Wiener Belvedere fŸnf GemŠlde von Klimt einpacken lassen und sie im
Wohnzimmer ihres Hauses in Los Angeles an die Wand hŠngen. Die Bilder,
deren
Marktwert auf insgesamt 200 Millionen Euro geschŠtzt wird, gehšren
nun
hochoffiziell wieder ihr und ihren Miterben Ð und nicht der …sterreichischen
Galerie Belvedere, in der sie sechs Jahrzehnte lang ausgestellt waren.
Das
hat ein Schiedsgericht vergangene Woche bekannt gegeben.
Doch Maria Altmann denkt nicht daran, die Kunstwerke in ihr privates
Anwesen
zu Ÿbernehmen. ãKeinen Tag, keine Stunde mšchte ich die Klimts bei
mir zu
Hause habenÒ, sagt die alte Dame, die sich nach der Vertreibung durch
die
Nazis in Kalifornien eine Existenz als Boutiquenbesitzerin aufbaute,
in
schšnstem Wiener Deutsch: ãIch mšchte ja noch lŠnger leben. Und die
Nachbarn
machen sich ohnehin schon Sorgen.Ò
Altmann lacht. Im Februar wird sie 90. Die vergangenen sieben Jahre
hat sie
um ihr Eigentum gekŠmpft: die Bildnisse ãAdele Bloch-Bauer IÒ (berŸhmt
als
ãGoldene AdeleÒ), ãAdele Bloch-Bauer IIÒ, ãApfelbaum IÒ,
ãBuchenwald/BirkenwaldÒ und ãHŠuser in Unterach am AtterseeÒ Ð nach
dem
ãAnschlussÒ 1938 von den Nazis konfisziert, nach dem Zusammenbruch
des
Dritten Reichs von …sterreich einbehalten und in der Folge umstandslos
zum
Gewohnheitsbesitz der Zweiten Republik avanciert.
Doch nunmehr ist klar: ãPuppe Bloch-BauerÒ Ð so hei§t die unfšrmige
Nachbildung der ãGoldenen AdeleÒ, die fŸr 22 Euro im Museumsshop der
…sterreichischen Galerie zu erwerben ist Ð wird hier nicht mehr tanzen.
Dass die GemŠlde nun wieder ihren rechtmЧigen EigentŸmern zufallen
sollen,
lšst altbekannte Abwehrreflexe aus. Am vergangenen Freitag sah sich
das
Belvedere kurzfristig gezwungen, die Klimts abzuhŠngen. In der Nacht
zuvor
war bei Altmanns Anwalt Randol Schoenberg per E-Mail eine Drohung
eingegangen, laut welcher die Kunstwerke zerstšrt werden sollten, um
so ihre
RŸckgabe oder ihren allfŠlligen Ankauf zu verhindern. Die Botschaft:
Die
jŸdischen Erben sollen weder die Bilder noch Geld dafŸr bekommen.
Die rabiate Reaktion eines wenig spŠter ausgeforschten Niederšsterreichers,
der angab, in alkoholisiertem Zustand gehandelt zu haben, Ÿberrascht
kaum:
Die šsterreichische Politik hat nichts getan, um VerstŠndnis dafŸr
zu
wecken, dass die Klimts nicht …sterreich gehšren, sondern den Erben
ihrer
ursprŸnglichen Besitzer, der Industriellenfamilie Bloch-Bauer.
Im Gegenteil: Seit das Urteil des mit drei šsterreichischen Juristen
besetzten Schiedsgerichts bekannt gegeben wurde, beherrschte nur noch
eine
einzige Frage die Diskussion: Woher das viele Geld nehmen, um wenigstens
eines oder zwei der Bilder behalten zu kšnnen?
…VP-Bildungsministerin Elisabeth Gehrer eršffnete das Spiel mit der
ErklŠrung, ein Ankauf der Klimts Ÿbersteige ãbei Weitem unsere finanziellen
MšglichkeitenÒ. Wilfried Seipel, der Direktor des Kunsthistorischen
Museums,
sprang der gebeutelten Ministerin bei, bezeichnete die ãGoldene Adele
Ò kurzerhand als ãWeltkulturerbeÒ und rief zum nationalen Schulterschluss
auf. In Wiener Bankenkreisen wurde kolportiert, ãKroneÒ-Herausgeber
Hans
Dichand trage sich mit dem Gedanken, selbst zumindest eines der GemŠlde
zu
erstehen.
Selbst gemeinhin besonnene GemŸter verstiegen sich zu absonderlichen
Vergleichen: ãDie …sterreicher sind stets fŸr ,Nachbar in NotÔ zu
motivieren. Jetzt haben wir ,…sterreich in NotÔÒ, lie§ sich der ehemalige
…VP-Vizekanzler Erhard Busek vernehmen Ð als wŠre der drittreichste
EU-Staat
eine hoffnungslose Krisenregion, die weltweiter Hilfe bedarf.
Die SP…, die ihre Kunstexpertise kŸrzlich erst durch populistisches
Agitieren gegen die so genannten ãPorno-PlakateÒ des Projekts ã25 Peaces
Ò unter Beweis gestellt hat, mochte natŸrlich nicht zurŸckstehen: Parteichef
Alfred Gusenbauer sorgte sich um die fŸnf ãSchlŸsselwerke der
šsterreichischen KunstÒ und hob das Thema auf bekannt hohes tagespolitisches
Niveau: ãDass der Finanzminister die Post verscherbelt, damit wir uns
zwei
Bilder leisten, das wird wohl nicht der Weisheit letzter Schluss sein.Ò
Ministerin Gehrer klapperte Banken, Wirtschaftstreibende und prominente
KunstmŠzene ab, um Finanzierungsquellen zu erschlie§en. Sogar die Auflage
eines Klimt-Bonds wurde angedacht. Dabei handelt es sich um eine
Schuldverschreibung, etwa auf zwanzig Jahre, die von der Republik begeben
werden kšnnte.
Die mšgliche Lšsung kšnnte aber einfacher aussehen: Hinter verschlossenen
TŸren wurde Ÿber das Wochenende jenes Modell verhandelt, das
Raiffeisen-Generalanwalt Christian Konrad und Walther Rothensteiner,
Chef
der Raiffeisen Zentralbank (RZB) Ð er ist auch im Verband der Freunde
der
…sterreichischen Galerie Belvedere vertreten Ð angeregt hatten. Demnach
soll
der Republik ein Kredit zum Ankauf der Klimts gewŠhrt werden, von einem
Konsortium, zu dem, so ein Insider gegenŸber profil, ãalle Banken eingeladen
sindÒ. Der Staat leistet den Zinsendienst, die RŸckzahlung der offenen
Summe
kšnnte nach hinten verlagert werden.
Geld. Die Idee, die Kreditwirtschaft kšnnte einen oder mehrere der
Klimts
selbst kaufen und als Leihgeber auftreten, wurde in der ersten Runde
aber
schlichtweg abgelehnt: ãAllein die Versicherungssumme wŸrde uns umbringenÒ,
sagt ein Banker.
Dass viel Geld in die Hand genommen werden muss, wenn die Klimts weiterhin
im Belvedere hŠngen sollen, steht indes au§er Frage. Die EigentŸmer
der
GemŠlde wollen einen ãfairen PreisÒ, erklŠrt ihr Anwalt Schoenberg.
Bis Anfang Februar muss sich die Republik dazu Šu§ern, ob sie die Bilder
ankaufen will. Der Preis wird, wie in einem Side-Letter vereinbart,
dann aus
den SchŠtzgutachten von drei internationalen Kunstexperten oder
AuktionshŠusern ermittelt.
Die New Yorker KunsthŠndlerin und Klimt-Expertin Jane Kallir bezeichnet
die
ãGoldene AdeleÒ als ãabsolut einzigartiges GemŠlde Ð das zweitwichtigste,
das Klimt geschaffen hat. Ich glaube, dass ein Preis von 100 Millionen
Dollar absolut nicht unrealistisch wŠre.Ò €hnlich Šu§ert sich Helena
Newman,
SothebyÕs-Direktorin des Londoner Departments fŸr Impressionisten und
Klassische Moderne: ãDie âGoldene AdeleÔ war bisher noch nie auf dem
Markt.
Sie ist unvergleichbar. Da gibt es keine Obergrenze.Ò
Inzwischen ruft das halboffizielle …sterreich in Person des Wiener
Ex-BŸrgermeisters Helmut Zilk bereits nach einem ãNationalkomiteeÒ Ð gehe
es
doch, so Erhard Busek, um die ãIdentitŠt …sterreichsÒ.
Dass diese IdentitŠt auch darin besteht, wie …sterreich mit den Bildern,
ihren rechtmЧigen Besitzern und nebenbei seiner eigenen Vergangenheit
umgegangen ist, verhallt in der allgemeinen Kakofonie nahezu ungehšrt.
Denn als die Erben der Familie Bloch-Bauer Ende der neunziger Jahre
erstmals
ihre BesitzansprŸche an den fŸnf Klimts geltend machen wollten, versuchte
die Republik zunŠchst einmal das, was ihre GrŸnder in den Nachkriegsjahren
erfolgreich vorexerziert hatten: die Causa in die LŠnge zu ziehen Ð mit
juristischen Finten und Vertrauen auf den šsterreichischen SchmŠh.
Ein Ÿberspitzter Befund? Wohl kaum. Maria Altmann erinnert sich an
ihren
einzigen Besuch bei Wissenschaftsministerin Gehrer im Jahr 1998: ãSie
war
zuckers٤ und hat immer gemeint, ich solle doch noch bleiben, es sei
so nett
mit mir.Ò Nach eineinhalb Stunden Smalltalk Ÿber Enkelkinder und
amerikanisches Spielzeug habe sie versucht, zur Sache zu kommen Ð der
RŸckgabe der Bilder. Daraufhin sei das GesprŠch recht rasch zu Ende
gewesen.
Die Geschichte der Bilder und der Familie Bloch-Bauer kšnnte fast von
Thomas
Bernhard stammen, der …sterreich in seinen Werken bis zur Kenntlichkeit
zu
entstellen pflegte.
Sie begann im Wien der Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert, im aufgeklŠrten,
kunstsinnigen jŸdischen Gro§bŸrgertum des Fin de Si�cle. Adele Bloch-Bauer
und ihr Mann, der Zuckerindustrielle Ferdinand Bloch-Bauer, scharten
in
ihren Salons KŸnstler und Intellektuelle um sich, in ihrem Palais in
der
Elisabethstra§e 18 in der Wiener Innenstadt hingen dutzende wichtiger
Werke
von KŸnstlern wie Ferdi-nand Georg WaldmŸller, Rudolf von Alt und August
von
Pettenkofen. Adele ãwar die Frau von heute in der âWelt von gesternÔ,
wie es
Stefan Zweig in seinem gleichnamigen Buch nannte. ãZweig war bei Tante
Adele
oft zu GastÒ, sagt Maria Altmann. WŸrde Frau Bloch-Bauer heute leben,
wŠre
sie ãmit ihrer Weltanschauung und ihrem Streben nach Wissen auf allen
Gebieten zuerst auf die UniversitŠt gegangen, um dann vielleicht Politikerin
zu werdenÒ.
Gro§bŸrgertum. Eine besondere Beziehung verband das Paar mit Gustav
Klimt.
Der Secessionist muss Adele kennen gelernt haben, als sie knapp vor
Weihnachten 1899 den um neunzehn Jahre Šlteren Gustav Bloch heiratete.
Klimt
fertigte seine erste PortrŠtskizze von Adele im Jahr 1900 an, mšglicherweise
war die zarte Dame auch Modell fŸr die 1901 vollendete ãJudith IÒ.
1907
entstand das PortrŠt ãAdele Bloch-Bauer IÒ Ð die ãGoldene AdeleÒ.
Klimts Werke hingen in Adeles Appartement im Familienpalais. In ihrem
1923
verfassten Testament hielt sie fest: ãMeine 2 PortrŠts und die 4
Landschaften von Gustav Klimt bitte ich meinen Ehegatten nach seinem
Tode
der …sterreichischen Staats-Galerie in Wien zu hinterlassenÒ Ð ein
Satz, der
nach dem Krieg dafŸr bemŸht werden sollte, um die unrechtmЧige
Besitzergreifung der GemŠlde in der NS-Zeit zu legitimieren. So, als
sei
zwischen 1938 und 1945 nichts passiert.
Adele starb 1925, ihr Mann Ferdinand Bloch-Bauer bekam keine Mšglichkeit
mehr, die Bitte seiner Frau zu erfŸllen: Er verschied 1945 im Schweizer
Exil. Sein gesamtes Vermšgen in …sterreich war zu diesem Zeitpunkt
beschlagnahmt, enteignet, verkauft. Die …sterreichische Zuckerindustrie
AG,
deren Teilhaber und PrŠsident er gewesen war, war um einen Bruchteil
ihres
Werts an einen von den Nazis bestimmten KŠufer gegangen, den deutschen
Lebensmittelindustriellen Clemens Auer.
Die Klimt-GemŠlde rissen sich die Nationalsozialisten unter den Nagel.
Sie
wurden von dem Anwalt Erich FŸhrer, den die NS-Behšrden zum Liquidator
des
Bloch-BauerÕschen Besitzes bestellt hatten, teils an die …sterreichische
Galerie weitergegeben, teils verkauft.
Nach dem Krieg nahm Ferdinands Neffe Robert Bentley die Suche nach
dem
Vermšgen auf. Robert Bentley war von Ferdinand Bloch-Bauer gemeinsam
mit
Maria Altmann und seiner Schwester Luise Gutmann als Erbe bestimmt
worden.
1947 schrieb er: ãIn …sterreich liegt die Sache so, dass seinerzeit
von den
Nazis Onkels gesamtes bwegl. und unbewegl. Vermšgen gestohlen wurde
É Es
wird lange dauern, bis man da etwas auf Grund der Wiedergutmachungsgesetze
retten wird.Ò
Er sollte bitter Recht behalten. Die RŸckstellung der Aktien der
…sterreichischen Zuckerindustrie AG zog sich bis 1957 hin: Schlie§lich
wurden die Anteile von den gesamt vier gro§en Erbengruppen um 118,6
Millionen Schilling an ein šsterreichisches Konsortium verkauft.
Bei den GemŠlden Klimts berief sich die …sterreichische Galerie auf
den
letzten Willen Adeles, der freilich lange vor der MachtŸbernahme durch
die
Nazis niedergeschrieben worden war. Schlie§lich stimmten die Erben
dem
Verbleib der Werke in …sterreich zu, um dadurch die Ausfuhrgenehmigung
fŸr
andere Teile der Sammlung zu erhalten.
Abgepresst. Erst das KunstrŸckgabegesetz 1998 eršffnete eine Mšglichkeit
zur
RŸckstellung der Bilder. Und erst der vergangene Woche erfolgte
Schiedsspruch stellt unmissverstŠndlich klar, dass …sterreich sie zu
Unrecht
in Besitz behalten hatte. Wšrtlich hei§t es darin: ãDie Schiedsrichter
sind
davon ausgegangen, dass Adele Bloch-Bauer in ihrem Testament aus dem
Jahr
1923 die Bilder der Galerie nicht wirksam vermacht, sondern ihren Gatten
nur
Ð rechtlich unverbindlich Ð gebeten hat, die Kunstwerke nach seinem
Tod der
Galerie zu hinterlassen.Ò Die Schiedsrichter zum EinverstŠndnis der
Erben
1948: ãDies geschah im Zuge der BemŸhungen, fŸr die Ÿbrigen
wiederbeschafften GegenstŠnde aus der umfangreichen Sammlung die
Ausfuhrgenehmigung zu bekommen.Ò
Im Klartext: Die Republik …sterreich hatte der Familie die GemŠlde
mehr oder
weniger abgepresst. Unter Einbeziehung all dieser UmstŠnde seien die
Voraussetzungen fŸr eine RŸckstellung der Bilder erfŸllt, so das
Schiedsgericht.
Der Weg dahin war fŸr die Nachkommen Bloch-Bauers erniedrigend. Der
KunstrŸckgabebeirat lehnte die RŸckgabe der Bilder ab. Ministerin Gehrer,
die sich beim Kaffeeplausch zuvor noch so charmant gegeben hatte, lie§
Maria
Altmann abblitzen. Altmann erinnert sich an das Treffen mit der Politikerin:
ãAls ich nach langem Geplauder das Politische angesprochen habe, dass
meine
Tante Adele ja nur als Bitte ausgesprochen hatte, ihr Mann mšge die
Klimts
nach seinem Tod der …sterreichischen Galerie vermachen, hat Frau Gehrer
nur
in schšnem …sterreichisch gemeint: âJa, das wei§ ich ja.ÔÒ
Als ãcharmant, aber niedertrŠchtigÒ bezeichnet Altmann …sterreich nun
in
einem Interview mit der Schweizer ãWeltwocheÒ. Nicht ohne Grund: Briefliche
Einladungen zu weiteren GesprŠchen lie§ Gehrer fŸrderhin unbeantwortet.
An
Altmanns Anwalt Randol Schoenberg schrieb die Ministerin: ãWenn Sie
nun die
Klimt-GemŠlde mehrfach als âgestohlenÔ bezeichnen und somit das Eigentum
des
Bundes daran bestreiten É mŸssten Sie Ihr Recht vor ordentlichen Gerichten
suchen.Ò
Das geschah dann auch. 1999 brachte Altmanns šsterreichischer Anwalt
Stefan
Gulner Klage ein. Und wieder legte sich die Republik quer. Erst sollten
die
Familien gleich einmal 24 Millionen Schilling (1,7 Millionen Euro)
als
Gerichtskosten hinterlegen. Als das Gericht den Betrag auf fŸnf Millionen
Schilling reduzierte, erhob die Finanzprokuratur als Anwalt des Bundes
Einspruch gegen diese Entscheidung.
Daraufhin brachte Altmann-Anwalt Schoenberg in den USA Klage gegen
die
Republik …sterreich ein. Und die Republik spielte wieder auf Zeit,
legte
Einspruch um Einspruch ein und brachte den international einmaligen
Fall
durch diese Vorgangsweise bis vor den Obersten Gerichtshof der USA.
Der
befand 2004, dass ein Prozess um die Bilder in den Vereinigten Staaten
zulŠssig sei. Erst unter dem Druck dieses Urteils willigte die Republik
ein,
die Causa einem Schiedsgericht zu Ÿbergeben.
Mit dessen Urteil ist nunmehr klargestellt, dass die …sterreichische
Galerie
Belvedere zumindest zehn ihrer ursprŸnglich 33 Klimts unrechtmЧig
besessen
hat. Bis 2004 mussten bereits fŸnf GemŠlde des Meisters zurŸckgegeben
werden, nun folgen die nŠchsten fŸnf.
Ein weiterer Klimt kšnnte dem Belvedere schon demnŠchst abhanden kommen:
das
ãBildnis Amalie ZuckerkandlÒ. Auf dieses GemŠlde, das sich ebenfalls
in der
Sammlung Bloch-Bauer befunden hatte, erheben neben der Republik …sterreich
zwei weitere Parteien BesitzansprŸche: die Nachkommen von Amalie Zuckerkandl
ebenso wie die Erben der Bloch-Bauers.
Klimt hatte bis zu seinem Tod im Jahr 1918 an diesem PortrŠt gearbeitet.
Im
Laufe der Wirtschaftskrise der zwanziger Jahre verkaufte die Familie
Zuckerkandl das GemŠlde an Ferdinand Bloch-Bauer. WŠhrend Bloch-Bauer
kurz
vor dem Anschluss 1938 flŸchten konnte, blieben die Zuckerkandls in
der
nunmehrigen ãOstmarkÒ Ð und verarmten zusehends. Bloch-Bauer unterstŸtzte
Amalie Zuckerkandl, die von einer kleinen Gnadenrente der Israelitischen
Kultusgemeinde lebte, finanziell noch jahrelang. 1941 stellte er die
Zahlungen ein, sorgte jedoch gleichzeitig dafŸr, dass das ãBildnis
Amalie
ZuckerkandlÒ wieder ihrer Familie zufiel. Hermine MŸller-Hofmann, die
in Not
geratene Tochter der PortrŠtierten, gab es wŠhrend des Krieges an die
Wiener
Galeristin Viktoria ãVitaÒ KŸnstler um 1600 Reichsmark weiter Ð ein
Notverkauf, wie Familienanwalt Alfred Noll nun argumentiert. Und damit
ein
klarer Fall fŸr eine Restitution.
Im Jahr 1987 war das Werk als Schenkung von Vita KŸnstler in der
…sterreichischen Galerie Belvedere gelandet. Damals war Amalie Zuckerkandl
bereits 45 Jahre tot: Die Nazis hatten sie 1942 deportiert und vermutlich
im
KZ Belzec ermordet.
Mitarbeit: Ro Raftl
Von Marianne Enigl und Martin Staudinger
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RŸckkauf in greifbarer NŠhe
Die Finanzierung des RŸckkaufs der fŸnf zu restituierenden Klimt-Bilder
aus
der …sterreichischen Galerie Belvedere scheint in greifbare NŠhe zu
rŸcken.
"Entscheidung in den nŠchsten zwei bis drei Tagen".
Laut Nachrichtenmagazin ãprofilÒ wurde bereits Ende vergangener Woche
seitens des Bildungsministeriums Ÿber die Einrichtung eines
Bankenkonsortiums verhandelt, das der Republik einen Kredit mit zwanzig
Jahren Laufzeit gewŠhren soll.
Dazu, so ein Insider gegenŸber ãprofilÒ, seien ãalle Banken eingeladenÒ.
Der Staat soll demnach den Zinsendienst leisten, die RŸckzahlung der
offenen
Summe kšnnte nach hinten verschoben werden. Der Lšsungsvorschlag sei
von
Raiffeisen-Generalanwalt Christian Konrad und Walther Rothensteiner,
dem
Chef der Raiffeisen Zentralbank, der auch im Verband der Freunde der
…sterreichischen Galerie Belvedere vertreten ist, angeregt worden.
Auch Gerbert Frodl, der Direktor der …sterreichischen Galerie, hat sich
laut
ãPresseÒ zuversichtlich gezeigt, dass zumindest die goldene ãAdele
Bloch-Bauer IÒ in …sterreich bleibe. ãIch rechne mit einer Entscheidung
in
den nŠchsten zwei bis drei TagenÒ, habe Frodl bereits Donnerstagabend
gemeint. Bildungsministerin Gehrer habe gegenŸber der ãPresseÒ ein
Kaufangebot an die Erben von rund 40 Mio. Euro angedeutet. Experten
hŠtten
laut Gehrer den ãMuseumswertÒ der ãgoldenen AdeleÒ auf 30 bis 40 Mio.
Euro
geschŠtzt.
ãMuseumswertÒ sei eine neue Wortschšpfung, das habe er noch nie gehšrt,
sagt
dazu laut ãPresseÒ der Direktor der Kunstauktionen ãIm KinskyÒ, Otto
Hans
Ressler. Auch Karl SchŸtz, Direktor der GemŠldegalerie des Kunsthistorischen
Museums, kšnne sich darunter nichts vorstellen. ãMan braucht wohl eine
BegrŸndung, um einen geringeren Wert anzugeben, da nennt man es halt
MuseumswertÒ, spekuliert Karl Schšn, Kuratoriumsmitglied der
…sterreichischen Galerie. Randol E. Schoenberg hatte den Wert der ãDame
in
GoldÒ am freien Markt zuletzt auf fast das Dreifache, nŠmlich rund
105
Millionen Euro veranschlagt.
>
Kanzleramt: Es gibt Obergrenze
Die fŸnf zu restituierenden Klimt-Bilder
kšnnten mit Hilfe eines
langfristigen Kredites nun doch von der Republik zurŸckgekauft werden.
Diese
Mšglichkeit wird zumindest im Nachrichtenmagazin "profil" genannt,
wonach
bereits intensive Verhandlungen mit den Banken laufen sollen. Kaufangebot
hat es laut Bildungsministerin Gehrer (…VP) allerdings noch keines
gegeben,
zudem verwies das Kanzleramt auf ein oberes Limit - dieses liege weit
unter
den zuletzt kolportierten 100 Mio. allein fŸr das PortrŠt "Adele Bloch-Bauer
I".
Gehrer: Noch kein Kaufangebot
Bildungsministerin Gehrer (…VP) weist Berichte Ÿber erfolgtes Kaufangebot
zurŸck.
Ê Auch wenn bisher ein RŸckkauf der
fŸnf zu restituierenden
Klimt-Bilder durch …sterreich als nicht leistbar zurŸckgewiesen wurde,
laufen offenbar bereits Vorbereitungen fŸr eine dafŸr notwendige
Finanzierung.
Demnach werde von Seiten des Bildungsministeriums derzeit Ÿber die
Einrichtung eines Bankenkonsortiums verhandelt, das der Republik einen
Kredit mit zwanzig Jahren Laufzeit gewŠhren soll. "Alle Banken" seien
dazu
eingeladen, so ein Insider laut dem Nachrichtenmagazin "profil".
Der Staat soll den Angaben zufolge den Zinsendienst leisten, die RŸckzahlung
der offenen Summe kšnnte nach hinten verschoben werden. Angeregt worden
soll
der Vorschlag vom Raiffeisen-Generalanwalt Christian Konrad, sowie
dem Chef
der Raiffeisen Zentralbank, Walther Rothensteiner, sein.
"Kein Problem"
Ein Bankensprecher bestŠtigte gegenŸber dem ORF Radio, dass man derzeit
in
einer "Sondierungsphase" sei: Das nštige Geld bereitzustellen wŠre
sicher
kein Problem.
Entscheidend sei allerdings, ob die Republik das auch wolle. Die Banken
selbst hŠtten jedenfalls von sich aus keine AnkaufsŸberlegungen.
Vertraulichkeit vereinbart
Bildungsministerin Elisabeth Gehrer (…VP) hatte die Mšglichkeit eines
RŸckkaufs bisher allerdings immer zurŸckgewiesen - der Republik wŸrden
dazu
die finanziellen Mittel fehlen, so die BegrŸndung.
Nichts wissen will Gehrer zudem von jŸngsten Medienberichten, wonach
nun
doch ein Kaufangebot an die Bloch-Bauer-Erbin Maria Altmann gemacht
wurde.
Zudem seien von Seiten des Bildungsministeriums keine - wie auch immer
kolportierten - Summen genannt worden.
Die "Presse" berichtete in ihrer Samstag-Ausgabe, Gehrer habe ein
Kaufangebot von 40 Millionen Euro fŸr das Bild "Adele Bloch-Bauer I"
angedeutet. Dabei wŸrde es sich um den "Museumswert" der "goldenen
Adele"
handeln, den Experten laut Gehrer auf 30 bis 40 Mio. Euro schŠtzten,
so die
"Presse".
"Neue Wortschšpfung"
WŠhrend sich Gerbert Frodl, Direktor der …sterreichischen Galerie Belvedere,
bereits zuversichlich zeigte, dass zumindest die "goldene Adele" in
…sterreich bleibe, zeigten sich andere verwundert Ÿber die Bezeichnung
"Museumswert".
Otto Hans Ressler, Direktor der Kunstauktionen "Im Kinsky", habe diese
"neue
Wortschšpfung" laut "Presse" noch nie gehšrt.
Auch Karl SchŸtz, Direktor der GemŠldegalerie des Kunsthistorischen
Museums
(KHM), kšnne sich darunter nichts vorstellen - man brauche wohl eine
BegrŸndung, um einen geringeren Wert anzugeben, spekulierte SchŸtz.
Altmann-Anwalt nannte 105 Mio.
Randol E. Schoenberg, der Anwalt von Altmann, veranschlagte zuletzt
den Wert
der "goldenen Adele" auf das Dreifache des so genannten Museumswertes,
nŠmlich rund 105 Mio. Euro.
Das berŸhmte PortrŠt von Gustav Klimt, das wichtigste der fŸnf an die
Bloch-Bauer-Erben zu restituierenden Bilder, wŠre somit das teuerste
Bild
der Welt, wŸrde es um den genannten Betrag verkauft werden. Derzeit
hŠlt
Pablo Picassos frŸhes Werk "Junger Mann mit Pfeife" (Garcon a la Pipe)
mit
104,17 Mio. Dollar (85,9 Mio. Euro) den Rekord.
Verweis auf Obergrenze
Laut Heidi GlŸck, Sprecherin von Kanzler Wolfgang SchŸssel (…VP), ist
diese
hohe Summe darauf zurŸckzufŸhren, dass Schoenberg am Umsatz beteiligt
ist.
Zudem betonte GlŸck im "Standard" (Samstag-Ausgabe), dass es eine Obergrenze
fŸr einen mšglichen RŸckkauf gebe. Und dieser liege weit unter den
kolportierten 100 Mio.
Versicherungswert betrŠgt 120 Mio.
WŠhrend die Spekulationen rund um den mšglichen Kaufpreis von "Adele
Bloch-Bauer I" nicht abrei§en, verwies die …sterreichische Galerie
darauf,
dass der Marktwert der Bilder in der šffentlichen Diskussion zurzeit
mit dem
Versicherungswert gleichgesetzt werde. Dieser betrage fŸr alle fŸnf
Bilder
etwa 120 Mio. Euro, wie der "Kurier" in seiner Samstag-Ausgabe berichtet.
Da Auktionsergebnisse nicht vorhersehbar seien, kšnne der Versicherungswert
allerdings nicht als Basis herangezogen werden.
TV-Hinweis
Der ORF widmet dem Thema Klimt in den kommenden Tagen einen
Programmschwerpunkt. "Offen gesagt" beschŠftigt sich am Sonntag (21.55
Uhr,
ORF2) mit Fragen rund um Raubkunst und Restitution.
Anschlie§end stehen die Dokumentationen "Der Fall Klimt - Der Streit
um die
Bilder der Adele Bloch-Bauer" (23.05 Uhr) und "Gustav Klimt - Landschaften"
(23.55 Uhr) auf dem Programm.
"Thema" absolviert am Montag (21.10 Uhr, ORF2) unter anderem einen Besuch
bei Klimts Enkel - mehr dazu in tv.ORF.at.
Galerie-Direktor warnte Ministerin
Frodl konnte Gehrer nicht Ÿberzeugen, Geld fŸr einen RŸckkauf zur Seite
zu
legen.
Ê Gerbert Frodl, der Direktor der …sterreichischen
Galerie, hat laut
"Standard" bereits im Sommer 2005 auf die Mšglichkeit eines fŸr …sterreich
negativen Ausgangs des Schiedsgerichtsverfahrens hingewiesen.
"Ich habe versucht, †berzeugungsarbeit zu leisten. Damit man gewappnet
ist -
und Geld fŸr den RŸckkauf hat", sagte Frodl gegenŸber dem "Standard".
"Keine Mšglichkeit nach Schiedsverfahren"
Doch Bildungsministerin Elisabeth Gehrer (…VP) habe nicht daran glauben
wollen, dass es zu einer Restitution kommen kšnne. Auch im Kuratorium
des
Museums sei immer wieder die Frage eršrtert worden, ob man nicht mit
Maria
Altmann, der KlŠgerin, in Vergleichsverhandlungen eintreten solle.
"Aber nach der Einigung Ÿber ein Schiedsverfahren gab es diese Mšglichkeit
nicht mehr. Ich konnte dem Ministerium und der Finanzprokuratur ja
nicht in
die Quere kommen."
Czernin: "Alles eine Frechheit"
Scharf Šu§ert sich im "Standard" Hubertus Czernin zu der Causa. "Die
Behauptung, der Staat kšnne sich die Bilder nicht leisten, ist dumm
und
dreist. Da geht es um eine politische Entscheidung: Wenn die Regierung
will,
dann hat Finanzminister Karl-Heinz Grasser auch das Geld dafŸr. Das
alles
ist eine Frechheit, mehr als Chuzpe; besonders zu glauben, dass die
Erben
die Bilder als Leihgabe in …sterreichs Museen lassen."
Czernin-Kritik auch an SP…
Aber auch die SP… nimmt Czernin nicht aus der Verantwortung. "Die SP…
hat
1998 noch den Bundeskanzler gestellt und hatte die Mehrheit im Parlament.
Die Sozialdemokratie ist an dieser Kacke genauso schuld wie die …VP,
soll in
der Bloch-Bauer-Causa daher blo§ den Mund halten."
Er wŸrde die Bilder viel lieber in New York hŠngen sehen. "Da wŸrden
sie
wahrscheinlich sogar mehr …sterreicher anschauen als hier in Wien."
Versicherungswert 140 Mio. Euro
Laut …sterreichischer Galerie basiert der kolportierte Wert von 140
Mio.
Euro fŸr alle sechs Bilder (sechs deshalb, weil auch das Eigentum am
Bild
"Amalie Zuckerkandl" strittig ist) auf den Zahlen eines
Versicherungsvertrages, schreibt der "Kurier" in seiner Samstag-Ausgabe.
Der Versicherungswert der fŸnf Bilder betrage etwa 120 Mio. Euro. In
der
šffentlichen Diskussion werde zurzeit Versicherungswert mit Marktwert
gleichgesetzt, was unzulŠssig sei, weil Auktionsergebnisse nicht
vorhersehbar seien.
"Treffen mit mir bestritten"
Harte Worte der Bloch-Bauer-Erbin in Schweizer "Weltwoche".
Ê Als "charmant, aber niedertrŠchtig"
hat die Bloch-Bauer-Erbin Maria
Altmann die …sterreicher in einem Interview mit der Schweizer "Weltwoche"
bezeichnet.
"Es ist ein verlogenes Pack, leider", so ihr weiteres Urteil. Sowohl
der
Direktor der …sterreichischen Galerie Belvedere, Gerbert Frodl, als
auch
Bildungsministerin Elisabeth Gehrer (…VP) hŠtten Treffen mit Altmann,
die
stattgefunden hŠtten, spŠter abgestritten.
Ministerium: Freundliche AtmosphŠre
Treffen, die von beiden Seiten bestŠtigt werden, fanden laut
Gehrer-Pressesprecher in einer "freundlichen AtmosphŠre" statt. Von
Altmann
gab es dazu in den letzten Tagen keinen direkten Kommentar.
"Wien-Liebe wurde mir genommen"
"Ich habe Wien Ÿber alles geliebt. Diese Liebe wurde mir genommen",
so
Altmann in der "Weltwoche". Obwohl sie nach dem Krieg šfters nach Wien
fuhr,
hatte sie "nie wieder das GefŸhl, das war meine Heimatstadt".
Dieses GefŸhl sei kaputtgemacht worden "im MŠrz '38, wie die mit
Gewehrkolben unser neues Auto, einen kleinen Steyr, aus der Garage
gesto§en
hatten, wie sie den Schmuck genommen hatten, wie sie alte Menschen
erniedrigt hatten, nur weil sie Juden waren".
"Es wird mir ganz Ÿbel"
"Wissen Sie, die …sterreicher sind immer so freundlich, es wird mir
ganz
Ÿbel, wenn ich daran denke, wie freundlich die sind", so Altmann.
Dieses Urteil illustrierte sie in dem Interview mit einer Schilderung
ihres
1938 zeitweise in Dachau inhaftierten Mannes: "Fritz war immer froh,
wenn im
Konzentrationslager ein Deutscher und nicht ein …sterreicher der Aufseher
war."
Sie selbst sehe sich nicht als "Holocaust-Opfer". "Ich habe ja nichts
Schlimmes erlebt", so Altmann. "Die Flucht war sicher aufregend, unsere
Enteignung auch, doch das ist Ÿberhaupt nicht zu vergleichen mit dem
enormen
Leid, das nachher anderen widerfuhr."
"Ging mir nie ums Geld"
Dass die fŸnf Klimt-Bilder nach dem Schiedsspruch nun an sie restituiert
werden, finde sie "aus finanzieller Sicht" sehr schšn.
"Aber, das kšnnen Sie mir glauben, auch wenn viele …sterreicher mich
als
geldgierige JŸdin sehen - es ging mir nie ums Geld, es ging mir einzig
darum
aufzuzeigen, dass Gerechtigkeit ausgeŸbt werden kann."
"Werde es nicht fŸr mich ausgeben"
Was sie mit dem Geld nach einem eventuellen Verkauf der Bilder machen
wird?
"DarŸber habe ich mir noch keine Gedanken gemacht."
Sie wolle "viel Gutes" tun und die jŸdische Gemeinde in Wien und
Kunstschaffende bedenken. "Sicher ist nur eines: Ich werde es nicht
fŸr mich
ausgeben, weil ich nicht wŸsste, wofŸr."
Auch an den USA Ÿbte Altmann Kritik: "Seit Bush, diesem Kerl, kann ich
nicht
mehr wirklich stolz sein", sagte sie. "Stundenlang kšnnte ich ihn
abwatschen, wenn ich dieses Gesicht sehe."
RŸckkauf via Bankenkonsortium?
Unterdessen berichtet das Nachrichtenmagazin "profil" in seiner jŸngsten
Ausgabe, dass die Finanzierung des RŸckkaufs der fŸnf betroffenen
Klimt-Bilder in greifbare NŠhe gerŸckt sei.
Nach "profil" vorliegenden Informationen wurde bereits Ende vergangener
Woche seitens des Bildungsministeriums Ÿber die Einrichtung eines
Bankenkonsortiums verhandelt, das der Republik einen Kredit mit zwanzig
Jahren Laufzeit gewŠhren soll. Laut einem Insider seien "alle Banken
eingeladen".
Der Staat soll den Zinsendienst leisten, die RŸckzahlung der offenen
Summe
kšnnte nach hinten verschoben werden. Der Lšsungsvorschlag war von
Raiffeisen-Generalanwalt Christian Konrad und Walther Rothensteiner,
dem
Chef der Raiffeisen Zentralbank, der auch im Verband der Freunde der
…sterreichischen Galerie Belvedere vertreten ist, angeregt worden.
Bilder auf Pump
RŸckkauf der Klimt-Bilder in greifbarer NŠhe
Die Finanzierung des RŸckkaufs der fŸnf zu restituierenden Klimt-Bilder
aus
der …sterreichischen Galerie Belvedere scheint in greifbare NŠhe zu
rŸcken.
Laut Nachrichtenmagazin "profil" wurde bereits Ende vergangener Woche
seitens des Bildungsministeriums Ÿber die Einrichtung eines
Bankenkonsortiums verhandelt, das der Republik einen Kredit mit zwanzig
Jahren Laufzeit gewŠhren soll.
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Dazu, so ein Insider gegenŸber "profil", seien "alle Banken eingeladen".
Der
Staat soll demnach den Zinsendienst leisten, die RŸckzahlung der offenen
Summe kšnnte nach hinten verschoben werden. Der Lšsungsvorschlag sei
von
Raiffeisen-Generalanwalt Christian Konrad und Walther Rothensteiner,
dem
Chef der Raiffeisen Zentralbank, der auch im Verband der Freunde der
…sterreichischen Galerie Belvedere vertreten ist, angeregt worden.
Auch Gerbert Frodl, der Direktor der …sterreichischen Galerie, hat sich
laut
"Presse" zuversichtlich gezeigt, dass zumindest die goldene "Adele
Bloch-Bauer I" in …sterreich bleibe. "Ich rechne mit einer Entscheidung
in
den nŠchsten zwei bis drei Tagen", habe Frodl bereits Donnerstagabend
gemeint. Bildungsministerin Gehrer habe gegenŸber der "Presse" ein
Kaufangebot an die Erben von rund 40 Mio. Euro angedeutet. Experten
hŠtten
laut Gehrer den "Museumswert" der "goldenen Adele" auf 30 bis 40 Mio.
Euro
geschŠtzt.
"Museumswert" sei eine neue Wortschšpfung, das habe er noch nie gehšrt,
sagt
dazu laut "Presse" der Direktor der Kunstauktionen "Im Kinsky", Otto
Hans
Ressler. "Man braucht wohl eine BegrŸndung, um einen geringeren Wert
anzugeben, da nennt man es halt Museumswert", spekuliert Karl Schšn,
Kuratoriumsmitglied der …sterreichischen Galerie. Randol E. Schoenberg
hatte
den Wert der "Dame in Gold" am freien Markt zuletzt auf rund 105 Millionen
Euro veranschlagt.
Es gebe derzeit kein Kaufangebot fŸr die Klimt- Bilder, und von Gehrer
seien
daher auch keine Summen genannt worden, stellte unterdessen Gehrers
Pressesprecher Thomas Schmid klar. Derzeit wŸrden GesprŠche laufen.
Maria Altmann im Krone-Interview
Maria Altmann, rechtmЧige Besitzerin der fŸnf Klimt-Bilder, schiebt
den
schwarzen Peter unterdessen …sterreich, insbesondere Ministerin Gehrer
zu.
…sterreich hŠtte bereits vor sieben Jahren die Chance gehabt, einem
Vergleich zuzustimmen. Es sei daher nicht ihre Schuld, dass jetzt so
viel
Geld im Raum stŸnde - immerhin habe ihr Ministerin Gehrer damals nicht
einen
ihrer Briefe beantwortet. Da …sterreich einer frŸheren Lšsung nicht
zugŠnglich gewesen sei, werde es jetzt eben zu einer Lšsung gezwungen.
Dennoch ist sich Maria Altmann sicher, dass es eine gute Lšsung sein
wird.
Eine Leihgabe der Klimt-GemŠlde schlie§t die 90-JŠhrige jedoch weiterhin
aus: "Leihgabe? Die Bilder waren jetzt 60 Jahre eine Leihgabe, mit
Leihgabe
ist jetzt leider Schluss." Eine Entschuldigung …sterreichs erwartet
sich
Altmann nicht mehr: "Ich bin mir ziemlich sicher, dass ich da umsonst
warten
wŸrde."
Klimt-Bilder nach Drohung abgehŠngt
Aufgrund einer Drohung hat sich die …sterreichische Galerie Belvedere
aus
SicherheitsgrŸnden gezwungen gesehen, die fŸnf Klimt GemŠlde, die an
die
Erben nach Bloch-Bauer restituiert werden, abzuhŠngen und im Depot
zu
verwahren. Die Drohung war am Donnerstag per Mail an den US-Anwalt
der
Bloch-Bauer-Erbin Maria Altmann gegangen. Die Person konnte noch am
Freitag
ausgeforscht werden.
Nach Angaben des Innenministeriums handelt es sich bei dem mutma§lichen
TŠter um einen Niederšsterreicher (Jahrgang 1955) aus dem Bezirk Amstetten.
Er hat gegenŸber den Sicherheitsbehšrden zugegeben, das Mail im
alkoholisierten Zustand verschickt zu haben. Das Mail war noch auf
seinem
Computer gespeichert. Ausfindig gemacht hat man den Mann Ÿber seinen
Provider aon.at. Laut Ministerium ist damit die potenzielle Gefahr
des
Bedrohers gebannt. Jetzt mŸsse die Museumsleitung entscheiden, ob die
Kunstwerke wieder ausgestellt werden.
Interview: Conny Bischofberger, Kronen Zeitung
Gehrer: Erster Schritt fŸr Klimt-RŸckkauf gesetzt
†bersicht
Die Republik …sterreich
hat nach dem Schiedsspruch bezŸglich der
fŸnf Klimt-Bilder, die an Bloch-Bauer-Erbin Maria Altmann restituiert
werden, den ersten Schritt in einem vorher vereinbarten Prozedere fŸr
einen
mšglichen Ankauf eines oder mehrerer Bilder getŠtigt.
Das bestŠtigte Bildungsministerin Elisabeth Gehrer (…VP) am Rande der
"Saliera"-Pressekonferenz der APA. FŸr die Finanzierung wolle man auf
ein
PPP-Modell ("Private Public Partnership"), eine Mischung aus privaten
und
šffentlichen Geldern, zurŸckgreifen, so Gehrer.
Der erste notwendige Schritt in dem Prozedere war, den Bloch-Bauer-Erben
offiziell mitzuteilen, dass man in Verhandlungen Ÿber eines oder mehrere
der
Bilder eintreten will. DafŸr hatte man nach APA-Informationen bis Donnerstag
Zeit. "Das ist geschehen", so Gehrer heute.
RŸckkauf auf Pump?
Zuvor brachte das Nachrichtenmagazin "profil" auch einen mšglichen RŸckkauf
mit Hilfe eines langfristigen Kredites zur Debatte. Demnach wŸrden
bereits
intensive Verhandlungen mit den Banken laufen.
Mehr dazu in Gehrer: Noch kein Kaufangebot
Die GrŸnen fordern unterdessen eine Novellierung des Restitutionsgesetzes,
um klare Fronten zu schaffen: Bisher liegt es, wie nun im Fall der
Klimt-Bilder, im Ermessen des zustŠndigen Ministeriums, ob man einem
Schiedsspruch auf RŸckgabe Folge leisten will. Das soll nach dem Willen
der
GrŸnen kŸnftig eine Pflicht werden.
Au§erdem soll der Geltungsbereich des Gesetzes auch auf Objekte ausgedehnt
werden, die nach dem Zweiten Weltkrieg nicht bereits Teil eines
Restitutionsverfahrens waren und auch auf Privatstiftungen mit šffentlicher
Beteiligung anwendbar werden. Darunter wŸrde dann das Leopold Museum
fallen.
†bersicht