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 In the past weeks I have received numerous e-mails from Austrians expressing their thoughts about the return of the Klimt paintings to my client Maria Altmann.  A great number of these have been very positive and supportive.  Some, however, have expressed disappointment, especially concerning several off-hand comments made by Mrs. Altmann in the course of a lengthy interview with a Swiss journalist.

 Let me start by pointing out what seems obvious to us, but is perhaps not obvious to others.  Mrs. Altmann and I are Austrians.  That is to say, Mr. Altmann was born and raised in Austria.  I, although born in Los Angeles, descend from four Viennese grandparents.  So when Mrs. Altmann or I complain about ÒAustriaÓ or ÒAustriansÓ we do so as people who consider ourselves members of that community.

 In the context of questions concerning the aftermath of the Anschluss in 1938 and the incredibly difficult fight to recover the Klimt paintings, Mrs. Altmann referred to those who have tormented and opposed her as Òein verlogenes PackÓ or Òcharmant, aber niedertrŠchtig.Ó She certainly did not mean to imply that all Austrians are like this.  After all, she did not intend to criticize herself, or her family, or my family.  Nor would she use such words to describe all of our good Austrian friends.  Hubertus Czernin, for example, is a hero to us, as he should be to all Austrians.  The courageous arbitrators, who must have faced immense pressure to reject Mrs. Altmann's claim, also represent the highest levels of Austrian character.  It is absurd to think that Mr. Altmann intended to insult all Austrians with her statements.

 No, Mrs. Altmann was referring to those Austrians -- and there are unfortunately too many of them still today -- who behave in a manner that does not instill pride.  After the way Mrs. Altmann and I have been treated by the government for the past 7.5 years, we certainly deserve the right to vent our frustration.  With one lie after the other the government has opposed Mrs. Altmann's claims for restitution.  I should not have to remind people that Minister Gehrer, the minister of education, published her own letter to Der Standard in July 1999 stating that the Klimt paintings were Ònot stolen during the war.Ó She answered my request to arbitrate the dispute, also made in July 1999, with a letter suggesting that we should Ògo to courtÓ if we disagreed with her.  We have yet to receive an apology for this, nor have we heard anyone in the government suggest that perhaps a mistake has been made.  They will follow the decision of the arbitrators, but they will apparently never admit that they were wrong.

 Beirat member Prof. Arthur Rosenauer says he has always decided cases Òim besten Wissen und Gewissen.Ó Does his conscience really have no concerns with his handling of the Bloch-Bauer case?  And how about the other cases he has wrongly decided, such as the two WaldmŸller portraits taken from the Felsšvanyi family?  The 1998 law says that artworks taken from Nazi victims that were obtained in good faith by the federal museums should be returned.  Yet, Prof. Rosenauer and his colleagues advised Minister Gehrer not to return two WaldmŸller paintings merely because an Austrian court had ruled in 1949 that the paintings had been purchased by the museum during the war from a dealer in good faith.  Prof. Rosenauer and Minister Gehrer apparently have a clear conscience about these and many other wrong decisions, where the victims are given no right to participate or appeal.  The good Austrians we know would not behave in such a way.

 In the past year, the Republic has lost the Klimt painting arbitration and it has lost two arbitrations concerning real property.  The Finanzprokuratur apparently has no bad conscience about fighting and losing these cases.  But there is no honor in fighting for what is wrong.  And there are more cases ahead.  The Bloch-Bauer heirs are seeking restitution of the Klimt portrait of Amalie Zuckerkandl as well as the palais at Elisabethstrasse 18.   The arguments made by the Republic in these two cases are highly offensive to us.  We hope that the arbitrators will see through them, and that we will again prevail.  Those who feel ÒbeleidigtÓ by Mrs. Altmann's or my statements should consider perhaps how they would feel if they were in our shoes.  If anyone has a right to feel Òbeleidigt,Ó it is Mrs. Altmann.
 
 

By E. Randol Schoenberg

In den vergangenen Wochen habe ich zahlreiche emails von šsterreichischen BŸrgerinnen und BŸrgern erhalten, die ihre Gedanken Ÿber die RŸckgabe der GemŠlde Gustav Klimts an meine Klientin, Frau Maria Altmann, zum Ausdruck brachten.  Viele von ihnen waren sehr positiv und unterstŸtzend.  Einige jedoch haben EnttŠuschung gezeigt, besonders bezŸglich einiger ungehaltener Kommentare von Frau Altmann im Verlaufe eines langen Interviews mit einem Journalisten aus der Schweiz.

Lassen Sie mich zunŠchst klarstellen, was uns - vielleicht im Gegensatz zu anderen - offensichtlich erscheint.  Frau Altmann und ich sind …sterreicher.  Frau Altmann wurde in …sterreich geboren und ist dort aufgewachsen.  Ich selbst, obwohl in Los Angeles geboren, habe vier aus Wien stammende Gro§eltern.  Wenn Frau Altmann oder ich uns also Ÿber ã…sterreichÒ oder ã…sterreicherÒ beklagen, so tun wir das in dem Bewu§tsein, selbst ein Teil dieses Volkes zu sein.

Im Zusammenhang mit Fragen bezŸglich der Auswirkungen des Anschlusses im Jahre 1938 und der ungeheuer schwierigen Auseinandersetzung um die Restitution der GemŠlde Klimts hat sich Frau Altmann auf die bezogen, die sich ihr als ãverlogenes PackÒ entgegengesetzt oder sie ãcharmant, aber niedertrŠchtigÒ schikaniert haben.  Sie hat damit zweifellos nicht alle …sterreicher gemeint.  Insbesondere hat sie nicht sich selbst, ihre Familie oder meine Familie kritisieren wollen. Weiterhin wŸrde sie niemals solche Wšrter gebrauchen, um alle unsere guten Freunde in …sterreich zu beschreiben.  Hubertus Czernin, zum Beispiel, ist fŸr uns ein Held - so wie er es fŸr alle …sterreicher sein sollte.  Die mutigen Schiedsrichter, die unwahrscheinlichem Druck ausgesetzt gewesen sein mŸssen, die Klage Frau Altmanns abzuweisen, reprŠsentieren ebenfalls die besten šsterreichischen Eigenschaften. Es ist daher absurd anzunehmen, es sei die Absicht Frau Altmanns gewesen, alle …sterreicher mit ihren Aussagen zu beleidigen.

Nein - Frau Altmann hat die …sterreicher gemeint, von denen es heute unglŸcklicher Weise noch zu viele gibt und deren Verhalten keinen Stolz rechtfertigt.  Nach der Art und Weise, in der uns die šsterreichische Regierung in den vergangenen siebeneinhalb Jahren behandelt hat, haben wir sicherlich das Recht, unserem €rger Luft zu machen.  Mit einer LŸge nach der anderen hat die Regierung die Restitutionsforderung von Frau Altmann opponiert.  Ich sollte nicht daran erinnern mŸssen, dass Frau Kultusministerin Gehrer ihren eigenen Brief im Juli des Jahres 1999 in ãDer StandardÒ veršffentlicht hat, in dem sie behauptet, die Klimtbilder seien wŠhrend des Krieges nicht geraubt worden.  Meinen Antrag, ein Schiedsgericht entscheiden zu lassen, hat sie gleichfalls im Juli 1999 dahingehend beantwortet, wir sollten doch vor Gericht gehen, wenn wir ihr nicht zustimmten.  Bisher haben wir weder eine Entschuldigung erhalten noch haben wir von irgendjemandem aus der Regierung gehšrt, es ei vielleicht ein Fehler gemacht worden.  Man wird der Entscheidung der Schiedsrichter Folge leisten, aber man wird augenscheinlich niemals zugeben, dass man sich geirrt hat.

Professor Arthur Rosenauer, Mitglied des KunstrŸckgabebeirates, sagt, er entscheide alle FŠlle ãim besten Wissen und GewissenÒ.  Hat sein Gewissen wirklich keine Probleme mit der Handhabung des Falles Bloch-Bauer? Wie steht es mit seinen anderen falschen Entscheidungen, beispielsweise den zwei WaldmŸller Portraits, die der Familie Felsšvanyi genommen wurden?  Das KunstrŸckgabegesetz von 1998 besagt, dass Kunstwerke, die von Opfern des Nationalsozialismus entwendet und von staatlichen Museen in gutem Glauben erlangt wurden, zurŸckgestellt werden sollen.  Dennoch haben Professor Rosenauer und seine Kollegen Frau Ministerin Gehrer angewiesen, die zwei WaldmŸller GemŠlde nicht zu restituieren, hauptsŠchlich deshalb, weil ein šsterreichisches Gericht im Jahre 1952 (!) entschieden hat, die Bilder seien von dem betreffenden Museum wŠhrend des Krieges gutglŠubig von einem KunsthŠndler erworben worden. Offensichtlich haben Herr Professor Rosenauer und Frau Kultusministerin Gehrer ein reines Gewissen hinsichtlich dieser und anderer falscher Entscheidungen, bei denen die Opfer weder ein Recht zur Teilnahme noch zur Rechtsmitteleinlegung haben.  Die guten …sterreicher, die wir kennen, verhalten sich nicht so.

In dem vergangenen Jahr hat die Republik die Schiedsgerichtsverhandlung Ÿber die GemŠlde Klimts sowie zwei weitere Ÿber GrundstŸcke verloren.  Der Finanzprokurator hat offenbar kein schlechtes Gewissen, diese FŠlle Ÿberhaupt rechtlich durchzufechten, um sie dann zu verlieren.  Aber es ist ehrlos, fŸr etwas Falsches zu kŠmpfen. Und es gibt weitere solche FŠlle.  Die Erben Ferdinand Bloch-Bauers verlangen die RŸckgabe des Klimt Portraits ãAmalie ZuckerkandlÒ sowie des Palais Elisabethstrasse Nr. 18.  Die Argumente seitens der Republik in diesen beiden FŠllen sind extrem angreifend und beleidigend. Wir hoffen, dass die Schiedsrichter sie durchschauen werden und wir uns erneut durchsetzen kšnnen.  Diejenigen, die sich durch die Kommentare von Frau Altmann oder mirãbeleidigtÒ sehen, sollten vielleicht Ÿberlegen, wie sie sich an unserer Stelle fŸhlten. Wenn irgendjemand das Recht hat, beleidigt zu sein, dann ist es Maria Altmann.
 
 
 

25. JŠnner 2006
18:33    Ê

Kommentar der anderen: Brief an "die …sterreicher"
Klarstellungen zu Maria Altmanns "…sterreich-Beschimpfung" von ihrem Anwalt E. Randol Schoenberg

"... haben wir sicherlich das Recht, unserem €rger Luft zu machen": Anwalt Schoenberg und seine Mandantin.

Zur Person
E. Randol Schoenberg, Anwalt der Bloch-Bauer-Erben, lebt in Los Angeles.
Zitiert
Maria Altmann im "Falter" und in der "Weltwoche"
Nachlese
"Verlogenes Pack": Damit waren Gehrer und Frodl gemeint    Ê

Wie das mit dem "verlogenen Pack" wirklich gemeint und warum das "charmant, aber niedertrŠchtig" keineswegs so intendiert war, wie es vielfach verstanden wurde. Klarstellungen zu Maria Altmanns "…sterreich-Beschimpfung" in der Schweizer "Weltwoche".

In den vergangenen Wochen habe ich zahlreiche E- Mails von šsterreichischen BŸrgerinnen und BŸrgern erhalten, die ihre Gedanken Ÿber die RŸckgabe der GemŠlde Gustav Klimts an meine Klientin, Frau Maria Altmann, zum Ausdruck brachten. Viele von ihnen waren sehr positiv und unterstŸtzend. Einige jedoch haben EnttŠuschung gezeigt, besonders bezŸglich einiger ungehaltener Kommentare von Frau Altmann im Verlaufe eines langen Interviews mit einem Journalisten aus der Schweiz.

Lassen Sie mich zunŠchst klarstellen, was uns Ð vielleicht im Gegensatz zu anderen Ð offensichtlich erscheint. Frau Altmann und ich sind…sterreicher. Frau Altmann wurde in …sterreich geboren und ist dort aufgewachsen. Ich selbst, obwohl in Los Angeles geboren, habe vier aus Wien stammende Gro§eltern. Wenn Frau Altmann oder ich uns also Ÿber "…sterreich" oder "…sterreicher" beklagen, so tun wir das in dem Bewusstsein, selbst ein Teil dieses Volkes zu sein.

Im Zusammenhang mit Fragen bezŸglich der Auswirkungen des Anschlusses im Jahre 1938 und der ungeheuer schwierigen Auseinandersetzung um die Restitution der GemŠlde Klimts hat sich Frau Altmann auf die bezogen, die sich ihr als "verlogenes Pack" entgegengesetzt oder sie Ð "charmant, aber niedertrŠchtig" Ð schikaniert haben. Sie hat damit zweifellos nicht alle …sterreicher gemeint. Insbesondere hat sie nicht sich selbst, ihre Familie oder meine Familie kritisieren wollen. Weiters wŸrde sie niemals solche Wšrter gebrauchen, um alle unsere guten Freunde in …sterreich zu beschreiben. Hubertus Czernin zum Beispiel ist fŸr uns ein Held Ð so wie er es fŸr alle …sterreicher sein sollte.

Die mutigen Schiedsrichter, die unwahrscheinlichem Druck ausgesetzt gewesen sein mŸssen, die Klage Frau Altmanns abzuweisen, reprŠsentieren ebenfalls die besten šsterreichischen Eigenschaften. Es ist daher absurd anzunehmen, es sei die Absicht Frau Altmanns gewesen, alle …sterreicher mit ihren Aussagen zu beleidigen.

Nein Ð Frau Altmann hat die …sterreicher gemeint, von denen es heute unglŸcklicherweise noch zu viele gibt und deren Verhalten keinen Stolz rechtfertigt. Nach der Art und Weise, in der uns die šsterreichische Regierung in den vergangenen siebeneinhalb Jahren behandelt hat, haben wir sicherlich das Recht, unserem €rger Luft zu machen.

Im besten Wissen . . .
Mit einer LŸge nach der anderen hat die Regierung die Restitutionsforderung von Frau Altmann opponiert. Ich sollte nicht daran erinnernmŸssen, dass Frau Kulturministerin Gehrer ihren eigenen Brief im Juli des Jahres 1999im Standard veršffentlicht hat, in dem sie behauptet, die Klimt-Bilder seien wŠhrend des Krieges nicht geraubt worden. Meinen Antrag, ein Schiedsgericht entscheiden zu lassen, hat sie gleichfalls im Juli 1999 dahingehend beantwortet, wir sollten doch vor Gericht gehen, wenn wir ihr nicht zustimmten. Bisher haben wir weder eine Entschuldigung erhalten, noch haben wir von irgendwem aus der Regierung gehšrt, es sei vielleicht ein Fehler gemacht worden. Man wird der Entscheidung der Schiedsrichter Folge leisten, aber man wird augenscheinlich niemals zugeben, dass man sich geirrt hat.

Professor Arthur Rosenauer, Mitglied des KunstrŸckgabebeirates, sagt, er entscheide alle FŠlle "im besten Wissen und Gewissen". Hat sein Gewissen wirklich keine Probleme mit der Handhabung des Falles Bloch-Bauer? Wie steht es mit seinen anderen falschen Entscheidungen, beispielsweise den zwei WaldmŸller-PortrŠts, die der Familie Felsšvanyi genommen wurden? Das KunstrŸckgabegesetz von 1998 besagt, dass Kunstwerke, die von Opfern des Nationalsozialismus entwendet und von staatlichen Museen in gutem Glauben erlangt wurden, zurŸckgestellt werden sollen.

... und Gewissen?
Dennoch haben Professor Rosenauer und seine Kollegen Frau Ministerin Gehrer angewiesen, die WaldmŸller-GemŠlde nicht zu restituieren, hauptsŠchlich deshalb, weil ein šsterreichisches Gericht im Jahre 1952(!) entschieden hat, die Bilder seien vom betreffenden Museum wŠhrend des Krieges gutglŠubig von einem KunsthŠndler erworben worden. Offensichtlich haben Herr Professor Rosenauer und Frau Kulturministerin Gehrer ein reines Gewissen hinsichtlich dieser und anderer falscher Entscheidungen, bei denen die Opfer weder ein Recht zur Teilnahme noch zurRechtsmitteleinlegung haben. Die guten …sterreicher, die wir kennen, verhalten sich nicht so.

In dem vergangenen Jahr hat die Republik die Schiedsgerichtsverhandlung Ÿber die GemŠlde Klimts sowie zwei weitere Ÿber GrundstŸcke verloren. Der Finanzprokurator hat offenbar kein schlechtes Gewissen, diese FŠlle Ÿberhaupt rechtlich durchzufechten, um sie dann zu verlieren. Aber es ist ehrlos, fŸr etwas Falsches zu kŠmpfen.

Und es gibt weitere solche FŠlle. Die Erben Ferdinand Bloch-Bauers verlangen die RŸckgabe des Klimt PortrŠts "Amalie Zuckerkandl" sowie des Palais Elisabethstra§e Nr. 18. Die Argumente seitens der Republik in diesen beiden FŠllen sind extrem angreifend und beleidigend. Wir hoffen, dass die Schiedsrichter sie durchschauen werden und wir uns erneut durchsetzen kšnnen. Diejenigen, die sich durch die Kommentare von Frau Altmann oder mir "beleidigt" sehen, sollten vielleicht Ÿberlegen, wie sie sich an unserer Stelle fŸhlten. Wenn irgendjemand das Recht hat, beleidigt zu sein, dann ist es Maria Altmann. (DER STANDARD, Printausgabe, 26.1.2006)

25. JŠnner 2006
18:33    Ê   Kommentar der anderen: Brief an "die …sterreicher"
Klarstellungen zu Maria Altmanns "…sterreich-Beschimpfung" von ihrem Anwalt E. Randol Schoenberg
 
 

"... haben wir sicherlich das Recht, unserem €rger Luft zu machen": Anwalt Schoenberg und seine Mandantin.

Zur Person
E. Randol Schoenberg, Anwalt der Bloch-Bauer-Erben, lebt in Los Angeles.
Zitiert
Maria Altmann im "Falter" und in der "Weltwoche"
Nachlese
"Verlogenes Pack": Damit waren Gehrer und Frodl gemeint    Ê

    Zitiert

Maria Altmann selbst erklŠrt die Sache in der jŸngsten Ausgabe des Falter so:

"Das war ganz anders. Wir haben Ÿber die Ministerin Gehrer und den Direktor Frodl gesprochen, die ich damals gebeten habe, mir zu helfen, die vorgeschlagen haben, was wir alles tun kšnnten, um diesen langen siebenjŠhrigen Prozess zu vermeiden. Die waren so lieb zu mir. Und so charmant. Und dann, wie man sie gefragt hat, haben sie gesagt, sie haben mich nie kennen gelernt. Und das hat mich so geŠrgert, dass ich sagte, die …sterreicher - und damit meine ich die beiden - waren zwar sehr charmant, aber verlogen. (...) Auf die zwei traf das zu, (lacht) aber um Gottes Willen nicht auf die …sterreicher. Die habe ich sehr gerne."

Die strittigen Zitate im Kontext des Originalartikels der Weltwoche vom 19. 1.:

Maria Altmann ist eine sanftmŸtige Person (...). Nur wenn es um ihr Geburtsland geht, um ihre einstigen MitbŸrger, dann teilt sie aus. Heftig. "Die …sterreicher sind so niedertrŠchtig", sagt sie. "Charmant, aber niedertrŠchtig."

1998, der Klimt-Fall hatte eben erst begonnen, besuchte sie auf Einladung der jŸdischen Gemeinschaft Wien. Sie a§ zu Mittag mit dem Direktor der …sterreichischen Galerie, wo die Klimt-Bilder hŠngen. "Der war ganz besonders nett." Er sagte ihr, sie hŠtten genug Landschaften im Museum, "nehmen Sie die ruhig mit, aber bitte, bitte, lassen Sie uns die PortrŠts." SpŠter habe er abgestritten, Altmann je getroffen zu haben. Auf derselben Reise sa§ sie zwei Stunden mit Kulturministerin Elisabeth Gehrer zusammen. "Die hat immer nur mit mir gelacht", erinnert sich Altmann. ",Bitte, bitte bleiben Sie noch a bisserl', sagte die, ,ich hab's so lustig mit Ihnen.'" - "Das ist sehr nett, dass Sie mich nett finden, aber wir haben Ÿber eines noch nicht gesprochen, die Klimt-Bilder." - "Ah, das wei§ i doch, jetzt reden wir noch a bisserl, es ist doch so lustig." SpŠter habe die Ministerin das Treffen geleugnet. "Es ist ein verlogenes Pack, leider."
 

25. JŠnner 2006
14:44    Ê   85 Miollionen Euro fŸr "Adele" realistisch
Altmann-Anwalt nennt in Info-Illustrierter konkrete Preisvorstellungen - Gesamtsumme fŸr fŸnf Bilder wŸrde sich auf 220 Millionen Euro addieren

GegenwŠrtig ist schwer zu ermessen, was die zu restituierenden Klimt-Bilder wert sind     Ê   Wien - In der Donnerstag-Ausgabe der Info-Illustrierten "News" wird Randol Schoenberg, der US-Anwalt der Bloch-Bauer Erbin Maria Altmann, mit konkreten Preisvorstellungen zu den fŸnf Klimt-Bildern zitiert: 105 Millionen Dollar (85,6 Mio. Euro) nennt er als realistischen Preis fŸr das PortrŠt "Adele Bloch-Bauer I" (die so genannte "Goldene Adele"), bis zu 60 Millionen (48,9 Mio. Euro) fŸr "Adele Bloch-Bauer II" und je 35 Millionen Dollar (28,5 Mio. Euro) fŸr die Landschaftsbilder - was sich insgesamt auf 270 Mio. Dollar (220 Mio. Euro) summieren wŸrde. (APA)

SchŠtzpreis reicht von 70 bis 120 Millionen Euro (20.1.)

25. JŠnner 2006
14:44    Ê   85 Miollionen Euro fŸr "Adele" realistisch
Altmann-Anwalt nennt in Info-Illustrierter konkrete Preisvorstellungen - Gesamtsumme fŸr fŸnf Bilder wŸrde sich auf 220 Millionen Euro addieren

GegenwŠrtig ist schwer zu ermessen, was die zu restituierenden Klimt-Bilder wert sind     Ê

    SchŠtzpreis reicht von 70 bis 120 Millionen Euro

Wien - Die Spekulationen rund um den mšglichen Kaufpreis von "Adele Bloch-Bauer I" rei§en nicht ab. Das berŸhmte PortrŠt von Gustav Klimt, das wichtigste der fŸnf an die Bloch-Bauer-Erben zu restituierenden Bilder, wird auf einen Wert von 70 bis 120 Millionen Euro geschŠtzt. WŸrde es verkauft werden, kšnnte es damit das teuerste Bild der Welt werden. Derzeit hŠlt Pablo Picassos frŸhes Werk "Junger Mann mit Pfeife" (Garcon a la Pipe) mit 85,9 Mio. Euro den Rekord. Experten der internationalen Kunstmesse TEFAF in Maastricht hielten das am Donnerstag im GesprŠch mit der APA jedoch fŸr unwahrscheinlich.

"Ein Klimt mehr wert als ein Picasso? Das kann ich mir nicht vorstellen", sagte eine Sprecherin der TEFAF (The European Fine Art Fair) am Rande eines PressegesprŠchs in Wien. WŸrde das Bild jedoch auf der Kunstmesse angeboten werden, "wŸrden wir sicher nicht nein sagen", betonte sie. Derzeit ist ein SpŠtwerk von Rembrandt mit 45 Mio. Dollar (33-36 Mio. Euro) das teuerste Werk bei dem im MŠrz stattfindenden Treffen von KunsthŠndlern, Galeristen, Museen und privaten Sammlern.

Der Kaufpreis fŸr ein Bild werde bei einer Auktion vom Anbieter in Absprache mit dem Auktionshaus festgelegt, erklŠrte die Sprecherin. "Da wird ein Mindest- und ein Hšchstwert festgeschrieben, und diese gelten dann als Ausgangspunkt fŸr die Versteigerung." Diese Festlegung orientiere sich an vergangenen Werken des KŸnstlers und deren Wert, an der Seltenheit bzw. Provenienz des Bildes sowie dessen Zustand und Echtheit, so die Expertin. FŸr "Adele Bloch-Bauer I" empfiehlt sie, auf jeden Fall in den USA oder in Gro§britannien zu verkaufen. Dort wŸrden die hšchsten Preise erzielt. Und wer wŸrde fŸr den Klimt in Frage kommen? "Am ehesten ein internationaler Sammler, vermutlich aus den USA." (APA)

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ÊderStandard.at | Kultur | Archiv    Ê
22. JŠnner 2006
20:23    Ê   Frischware fŸr den unberechenbaren Markt
GegenwŠrtig ist schwer zu ermessen, was die zu restituierenden Klimt-Bilder wert sind
 

Klimts "Landhaus am Attersee": 2001 restituiert, 2003 bei Sotheby's fŸr den Weltrekord von brutto etwas mehr als 29 Millionen Dollar in New York versteigert.

Von Olga Kronsteiner
    Ê   Wien - Ein selbst erwŠhlter Maulkorberlass ist in diesen Stunden allen international renommierten AuktionshŠusern gemein. Weder Christie's noch Sotheby's wollen sich zu ExpertenschŠtzungen bezŸglich der fŸnf Klimt-GemŠlde hinrei§en lassen. Die bisher verlautbarten SchŠtzwerte kommentiert man nicht. GemŠ§ den Marktmechanismen entbehren sie nicht einer gewissen UnseriositŠt, vergleichbare Werke waren noch nie auf dem Markt.

Gesichert ist dagegen, dass Restitutionen im Laufe der vergangenen Jahre zu einem hervorragenden GeschŠft fŸr die AuktionshŠuser und einem wichtigen Element des Kunstmarktes avanciert sind. Das Gros der den rechtmŠ§igen Erben zurŸckgegebenen Kunstwerke wechselte innerhalb kŸrzester Zeit in den internationalen AuktionssŠlen den Besitzer. DafŸr finden sich unzŠhlige auch nicht auf diese Art vermarktete Beispiele: Aus der Sammlung Rothschild gelangte etwa ein vom Joanneum 2000 restituierter Pokal aus Silber in Form eines Strau§es 2001 bei Christie's zur Auktion (333.750 Pfund).

Die starke Nachfrage an restituierter Kunst ist leicht erklŠrt: Die Objekte waren jahrelang Teil musealer Sammlungen und bieten Interessenten deshalb absolute Marktfrische auf hšchstem QualitŠtsniveau. Der Wermutstropfen aus šsterreichischer Sicht - von den UmsŠtzen aus restituierter Kunst profitiert ausnahmslos das Ausland. London und New York sind nun einmal jene MarktplŠtze, auf denen die besten Preise erzielbar sind.

Diese Erfahrung musste auch schon Gerbert Frodl, Direktor der …sterreichischen Galerie im Belvedere, machen. Im Rahmen der Rothschild-Auktion 1999 war etwa auch ein aus der …sterreichischen Galerie restituiertes Relief-Paar des Wiener Bildhauers Jakob Gabriel Molinarolo bei Christie's versteigert worden: FŸr 194.000 Pfund (310.000 Euro) im Bereich der angesetzten Taxen. Die …sterreichische Galerie musste vorerst passen, dafŸr holte man sich die beiden Barockreliefs 2002 anlŠsslich der TEFAF in Maastricht - 455.000 Euro hatte der belgische HŠndler Axel Vervoordt veranschlagt.

Die erste gro§ angelegte Raubkunst-Auktion - die bislang einzige von Christie's in …sterreich durchgefŸhrte - fand 1996 statt. Im Angebot der legendŠren Mauerbach-Auktion - sie spielte rund 11,3 Millionen Euro ein - war der Anteil an musealer QualitŠt in der absoluten Minderheit. Dagegen strotzte die 1999 verteilte Rothschild-Offerte vor Highlights und brachte mit mehr als 87 Millionen Euro das Dreifache der Erwartungen. Anders ausgedrŸckt: Der laufenden Diskussion um den Wert der fŸnf Klimt-GemŠlde kann keine Kunstpreisdatenbank der Welt den Wind aus den Segeln nehmen, es fehlt die Vergleichbarkeit als Basis.

Dies betrifft vor allem die beiden PortrŠts Adele Bloch-Bauers. Allenfalls kšnnten die Bilder Apfelbaum I, Buchenwald (Birkenwald) und HŠuser in Unterach am Attersee jŸngeren Ergebnissen gegenŸbergestellt werden: Den hšchsten Zuschlag vergab Sotheby's 2001 das restituierte Landhaus am Attersee bei netto 22,63 Millionen Euro, gefolgt von Schloss Kammer am Attersee, fŸr das Christie's 1997 19,16 Millionen Euro erzielte.

Aber der Markt ist nun mal unberechenbar, und das zeigt kein Beispiel besser als das den Erben nach Georg und Hermine Lasus im Jahr 2000 rŸckgestellte Klimt-Bild Bauernhaus mit Birken. Am 6. November 2001 war es eines der Glanzlichter der in New York bei Christie's angebotenen Offerte der Sparte Impressionist & Modern Art. Bei einer SchŠtzung von fŸnf bis sieben Millionen Dollar blieb es unverkauft. Erst 2004 wechselte es bei Sotheby's fŸr vier Millionen Dollar den Besitzer. (DER STANDARD, Printausgabe, 18.1.2006)
 

25. JŠnner 2006
18:35    Ê   RZB-Chef zu zinslosem Kredit: "Da kšnnten wir das Geld auch herschenken"
Reaktion auf AltbŸrgermeister Zilks Vorschlag zu Kredit mit 100 Jahren Laufzeit
 

Ê   Wien - In der Donnerstag-Ausgabe der Info-Illustrierten "News" kommentiert RZB-Generaldirektor Walter Rothensteiner die Idee eines zinsenlosen Kredits auf 100 Jahre fŸr den RŸckkauf der Bilder so: "Da kšnnten wir das Geld auch herschenken. Das wŸrden unsere Einleger nicht gerne sehen." Da es noch keine "klare Ansage gibt, dass die Republik kauft und zu welchem Preis, hat es auch keinen Sinn, Ÿber ein Bankenkonsortium zu reden", sagt Rothensteiner. "Wir haben den handelnden Personen nur vorgerechnet, was ein Bankenkredit auf 15 oder 20 Jahre kostet, wobei die Konditionen ganz knapp Ÿber den Selbstkosten sind. Ich habe vorgeschlagen, dass das die Gro§banken gemeinsam machen."

Dass bisher die Bereitschaft privater Seite, sich an einem RŸckkauf zu beteiligen, nicht sehr gro§ ist, wundert Rothensteiner nicht: "Es ist logisch, dass es keine Sponsoren gibt, die 40, 50 Millionen Euro aufstellen."

Zilk-Vorschlag

Wiens Alt-BŸrgermeister Helmut Zilk hatte am vergangenen Sonntag in einer TV-Diskussion vorgeschlagen, den RŸckkauf der zu restituierenden Klimt-Bilder mit einem 100 Jahre laufenden zinsenfreien Kredit zu finanzieren. Diesen Kredit sollten die šsterreichischen Banken, Versicherungen und Sparkassen der Republik fŸr den Ankauf einrŠumen. So hŠtte …sterreich dann blo§ eine Mio. Euro pro Jahr zurŸckzuzahlen, meint Zilk, "das spŸrt die Republik gar nicht!" (APA/red)
 
 

Erben-Anwalt nennt in NEWS erstmals Preis fŸr die Klimtbilder: 270 Millionen Dollar
*    Adele I mit 105 Millionen Dollar teuerstes GemŠlde
*    RZB-General Rothensteiner erteilt Zilk-Idee Absage

Einen zinsenlosen Kredit auf 100 Jahre fŸr den RŸckkauf der zu restituierenden Klimt-Bilder wird die Republik nicht bekommen. RZB-Generaldirektor Walter Rothensteiner meint in der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift NEWS zu der von Alt-BŸrgermeister Helmut Zilk ventilierten Finanzierungsidee: "Da kšnnten wir das Geld auch herschenken. Das wŸrden unsere Einleger nicht gerne sehen."

Indes verhandeln Vertreter der Bundesregierung und der Bloch-Bauer Erbin Maria Altmann in den USA Ÿber einen mšglichen RŸckkauf der zwei PortrŠts von Adele Bloch-Bauer und der drei Landschaftsbilder. †ber den Verhandlungsverlauf wurde Stillschweigen vereinbart. Altmann-Anwalt Randol Schoenberg nennt in NEWS allerdings erstmals realistische Kaufpreise fŸr die Klimt-Bilder: 105 Millionen Dollar fŸr Adele I, bis zu 60 Millionen fŸr Adele II und je 35 Millionen Dollar fŸr die Landschaftsbilder.